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Seehofer im PNP-Interview

„Wir brauchen Begrenzung und Steuerung“

 

CSU-Chef Horst Seehofer hat Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise dazu aufgefordert, wegen des unkoordinierten Zustroms über die bayerische Grenze umgehend mit Österreichs Regierung zu sprechen. „Es ist Aufgabe der Bundeskanzlerin, mit Österreich zu reden“, sagte Seehofer im Interview mit der „Passauer Neuen Presse“. „Sie hat ja mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann am 4. September eine Entscheidung getroffen, die die Politik der offenen Grenzen eingeleitet hat. Das kann und muss die Bundeskanzlerin beenden. Solange der Eindruck entsteht, die Deutschen wollen, dass die Flüchtlinge kommen, wird dieser Strom nicht abreißen. Wir haben jetzt einen Punkt erreicht, den ich seit Wochen befürchtet habe und für den ich seit Wochen beschimpft wurde. Leider kommt es jetzt noch schlimmer – so schlimm, wie wir es in Bayern selbst nicht vorhergesehen haben. Der Schlüssel liegt bei der Bundeskanzlerin und ihrem österreichischen Amtskollegen. Sie müssen diese Praxis beenden. 

Begrenzung des Flüchtlingsstroms nötig

Weiterhin machte Horst Seehofer deutlich, dass eine Bewältigung des Flüchtlingsstroms nur durch Begrenzung und Steuerung des Zustroms gelingen kann: „Wir werden nach Allerheiligen beurteilen können, ob Berlin bereit ist, die bayerische Forderung nach einer Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung zu übernehmen. Wir brauchen Begrenzung und Steuerung, weil wir sonst die Probleme nicht mehr beherrschen können.“ 

Flüchtlinge „sofort“ in Deutschland und Bayern besser verteilen 

„Neben der generellen Begrenzung der Flüchtlinge, für die ich eintrete, müssen wir Ost- und Südostbayern dadurch helfen, dass wir die Flüchtlinge unverzüglich in andere Bundesländer und andere Teile Bayerns bringen,“ ergänzte der CSU-Chef. „Die Flüchtlinge müssen sofort in andere Regionen Deutschlands, aber auch Bayerns gebracht werden. „Sofort“ heißt für mich: Nicht erst nach Tagen, sondern wirklich sofort,“ so Seehofer weiter.