Interviews

Zum Überblick
Visual

Seehofer im „Spiegel“-Gespräch

Keine Rückkehr zur Frühverrentungspraxis

CSU-Chef Horst Seehofer hat die Rente mit 63 als verantwortbar bezeichnet, wenn man sie für Langzeitbeschäftigte konzipiert und nicht für Langzeitarbeitslose: „Menschen, die ihr ganzes Leben geschuftet haben und gesundheitlich angeschlagen sind, sollen die Möglichkeit bekommen, künftig etwas früher in Rente zu gehen. Darum geht es.“ Seehofer betonte, es dürfe keine Rückkehr zur Frühverrentungspraxis geben: „wir wollen nicht, dass Konzerne ihre Arbeitnehmer vor einem möglichen Renteneintritt noch mit Geld in eine Zeit der Arbeitslosigkeit locken, um so ihren Personalabbau zu betreiben. Das wäre nicht nur ungerecht gegenüber denjenigen, die wirklich ihr ganzes Leben schuften. Es würde neben der Rentenversicherung auch noch die Bundesagentur für Arbeit belasten – und zwar mit Milliardenbeträgen“, so Seehofer.

Seehofer trat außerdem für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro mit Ausnahmeregelungen ein: „Frau Nahles führt jetzt ja einen Dialog mit Wirtschaft und Gewerkschaften. Deren Antworten werden zeigen, wo ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn echte Probleme bereitet. Ich bin mir sicher, dass wir bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, wo es nur eine kleine Aufwandsentschädigung gibt, keinen Mindestlohn einführen können. Wenn jemand in seiner Freizeit eine Fußballmannschaft trainiert und dafür vom Verein 200 Euro im Monat bekommt, können wir keinen Mindestlohn verlangen. Solche oder ähnliche Ausnahmen wird es geben.“